08 Mai Gudrun Pausewang zu Gast in der Schulbibliothek
Auch im heurigen Schuljahr konnte im Rahmen der Aktionswoche „Österreich liest“ die Grande Dame der deutschen Kinder- und Jugendliteratur, Gudrun Pausewang, für zwei Lesungen an unserer Schule gewonnen werden.
Gudrun Pausewang versteht sich in erster Linie als Zeitzeugin; vor diesem Hintergrund will sie auch ihre Besuche in Schulen vordergründig im Dienste der Aufklärung junger Menschen verstanden wissen.
Sie gewährt in ihren Ausführungen erstaunlich private Einblicke in ihre gleichermaßen bewegte wie bewegende Biographie, berichtet von ihrem Geburtsort im Sudetenland, von der Flucht ihrer Familie nach dem Zweiten Weltkrieg nach Westdeutschland sowie ihren abwechslungs- wie ereignisreichen Jahren auf dem südamerikanischen Kontinent.
Vor allem anderen aber wird sie nicht mĂĽde, von den mehr oder weniger subtilen Manipulationsmechanismen des Nazi-Regimes zu berichten, denen sie selbst in ihrem jugendlichen Idealismus ausgeliefert war und – „benutzt und skrupellos missbraucht“, wie sie immer wieder betont – zum Opfer fiel. FreimĂĽtig gesteht sie insgesamt ein, dass ihre Familie, v.a.  ihr Vater, in die Nazi-Ideologie verstrickt war.
Vermutlich gerade deshalb verschreibt sie sich auch heute noch, als mittlerweile 85-Jährige, der Weitergabe ihres reichen Erfahrungs- und Wissensschatzes an junge Menschen.
Mit angemessenem und nötigem Ernst postuliert sie die Wichtigkeit, ja Notwendigkeit, des kritischen Hinterfragens, ruft generell zur „Wachheit für Politik“ auf und warnt eindringlich vor einer Diktatur, die den Menschen erpressbar macht.
Mit ihren „Geschichten gegen das Vergessen“ verdeutlicht sie ihre Ausführungen auf beeindruckende Weise.
Ein interessanter und spannender Literaturvormittag, der SchülerInnen wie KollegInnen gleichermaßen im Gedächtnis bleiben wird!





